Welt 01.10.2026
17:41 Uhr

Hamburgs Hauptverkehrsader unter Wasser – wochenlange Sperrung droht


Stundenlang fiel in Teilen Hamburgs das Wasser aus, jetzt folgen die Auswirkungen für Pendler. Nach dem Rohrbruch an der Amsinckstraße rechnen die Verantwortlichen mit wochenlangen Reparaturen und einer Sperrung auf unbestimmte Zeit.

Hamburgs Hauptverkehrsader unter Wasser – wochenlange Sperrung droht

Nach den Wasserrohrbrüchen an zwei Hauptleitungen droht Hamburg nun ein Verkehrsproblem auf Wochen hinaus. Einen Tag nach den beiden Rohrbrüchen in der Hansestadt zeigt sich vor allem an der Amsinckstraße nahe dem Hauptbahnhof das Ausmaß der Schäden. Die wichtige Einfallstraße bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Wasserversorgung, die am Mittwoch in mehreren Stadtteilen zeitweise beeinträchtigt war, konnte zwar innerhalb weniger Stunden weitgehend wiederhergestellt werden. Unter der Fahrbahn der Amsinckstraße beginnen die eigentlichen Arbeiten jedoch erst jetzt. Dort müssen Fachfirmen die Straße aufbrechen, um die beschädigte Hauptleitung freizulegen und das Ausmaß der Unterspülungen zu untersuchen. Nach Angaben von Hamburg Wasser sind die Schäden erheblich. Wann die betroffenen Fahrspuren wieder freigegeben werden können, sei derzeit nicht absehbar. Der Rohrbruch hatte sich am Mittwochnachmittag auf Höhe der Hausnummer 3 ereignet. Durch die austretenden Wassermassen wurde die Fahrbahn großflächig unterspült. Schon in der Nacht hatten Einsatzkräfte mit Aufräumarbeiten begonnen. Inzwischen sind nach Angaben des Versorgers neben eigenen Mitarbeitern zwei Spezialfirmen mit insgesamt drei Kolonnen und schwerem Gerät vor Ort. Parallel zur Reparatur werde untersucht, in welchem Umfang die Infrastruktur erneuert werden müsse, um Wasserleitung und Straße langfristig leistungsfähig zu halten. Zur Ursache des verheerenden Rohrbruchs gebe es weiterhin keine Erkenntnisse. Die Folgen treffen einen neuralgischen Punkt im Hamburger Straßennetz. Die Amsinckstraße verbindet die Innenstadt mit dem Osten der Stadt und gilt als wichtige Verbindung für Pendler Richtung Süden. Die Sperrung sorgte bereits am Donnerstagmorgen für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Verkehrsleitzentrale empfahl Autofahrern, den Bereich weiträumig zu umfahren. Besonders betroffen waren die Zufahrten rund um Hammerbrook sowie Verbindungen in Richtung Innenstadt. „Die Amsinckstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen unserer Stadt. Deshalb handeln wir hier mit höchster Priorität und bündeln alle verfügbaren Kräfte“, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne), der sich an der Amsinckstraße selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden machte. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit dauerhaft wiederherzustellen, die Schäden schnell und sicher zu beheben und die Auswirkungen für Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten. Auch bei Hamburg Wasser stellt man sich auf einen längeren Einsatz ein. „Unser erstes Ziel war es, die Trinkwasserversorgung schnell zu stabilisieren und die Schadensstelle zu sichern. Das ist gelungen. Jetzt beginnt die eigentliche Herausforderung“, sagte der technische Geschäftsführer Martin Gerhardt. Die Schäden reichten deutlich über die gebrochene Leitung hinaus. Deshalb arbeiteten mehrere Teams gleichzeitig an der Beseitigung der Folgen. Vergleichsweise glimpflich verlief dagegen der zweite Rohrbruch. In der Fuhlsbüttler Straße war bereits am Mittwochmittag eine Leitung beschädigt worden. Dort wurde nach Angaben von Hamburg Wasser ein rund acht Meter langer Längsriss in einem Rohr mit 30 Zentimetern Durchmesser festgestellt. Der betroffene Abschnitt wird derzeit ausgetauscht. Die zuletzt noch betroffenen Haushalte sollen spätestens am Freitagmorgen wieder mit Wasser versorgt werden. Danach soll der Wiederaufbau der Fahrbahn beginnen. Wie es innerhalb weniger Stunden zu zwei Rohrbrüchen an wichtigen Verkehrsachsen kommen konnte, ist weiterhin unklar. Hinweise auf Sabotage oder andere Fremdeinwirkung liegen nach Angaben von Hamburg Wasser nicht vor. Auch ein Zusammenhang zwischen den beiden Schäden werde derzeit ausgeschlossen. Zwar kommt es im mehr als 5300 Kilometer langen Hamburger Trinkwassernetz durchschnittlich zu rund 400 Rohrbrüchen pro Jahr. Außergewöhnlich sei diesmal jedoch gewesen, dass gleich zwei zentrale Verkehrsachsen der Stadt betroffen waren.